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"Der große Leviathan (so nennen wir den Staat) ist ein Kunstwerk oder ein künstlicher Mensch."

(Thomas Hobbes)
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uni wien, ws 2005/06: seminar empire und demokratie (wiki)

ausgangDie Konzepte und Interventionen von semiosis entstehen zumeist in philosophischen Diskursen. Auf dieser Seite wird hierzu ein Überblick angeboten, d.h. publizierte bzw. nicht publizierte Texte oder Vorträge zum download oder als Link. Außerdem werden Möglichkeiten zum Weiterlesen eröffnet. Schließlich kann das Entstehen aktueller Texte im Wiki [WorkinProgress] mitverfolgt - und auch kommentiert - werden.

Kontakt: sebastian.reinfeldt@semiosis.org

Populismus als Problem der Demokratie

Populismus ist ein politisches Phänomen das Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre im vergangenen Jahrhundert wieder aufgetaucht ist. Populistische Kampagnen wurden besonders von der extremen Rechten erfolgreich gefahren, zum Beispiel in ihrer scharfen Agitation gegen Ausländer in den jeweiligen Ländern.
Das Besondere am Populismus ist, dass er ein politisches Thema systematisch mit einer kollektiven Subjektivierung (=Unterwerfung unter ein Image) verbindet. "Wir", das waren etwa zu Zeiten der österreichischen FPÖ unter Jörg Haider, die "fleißigen und anständigen Bürger", die vom angeblich "sozialistischen Staat" ausgebeutet worden seien. Dieses "Wir" kann sich nur in starken Entgegen-Setzungen herausbilden, gegen die Politiker "da oben" und gegen die als "fremd" oder "unproduktiv" erklärten Menschen im Land (oder aber gegen einen äußeren Feind).
Inzwischen ist zu beobachten, dass populistische Techniken - kurzfristige Anrufungen in scharfen Entgegensetzungen - auch von den liberal-demokratischen Parteien übernommen werden, um Wahlkampagnen zu gewinnen oder um unliebsame Politik zu 'verpacken'. Auch in der Werbung finden wir dieses Schema immer wieder. Grund genug darüber nachzudenken, was das für Demokratie heutzutage bedeutet. Dabei geht es nicht nur um Propaganda, mittlerweile ist Populismus auch ein Signum, das institutionelle Reformen anleitet. Einige Analysen hierzu:


Aleatorischer Materialismus

In einem späten Manuskript über aleatorischen Materialismus bemerkte Louis Althusser, dass der Ausdruck "es hängt davon ab" ein aleatorischer Satz sein kann, wenn man bestimmen möchte, auf welche Weise die eine Sache sich auf eine andere Sache auswirkt. Es hängt eben von den Kräfteverhältnissen und konkreten Gegebenheiten ab, und diese sind nicht prä-determiniert.
Viele Menschen waren Zeitgenossen des Falls des historischen Kommunismus - und auch dessen philosphischer Sprache, des dialektischen Materialismus. Gut, beide sind  tot, und was jetzt?
Eine mögliche philosophische Reaktion auf diese Ereignisse - und wir haben sie wirklich nicht erwartet, oder? - kann sein, die philosophischen Ursachen der Krise und des darauf folgenden Untergangs zu untersuchen. Schließlich führt, wie uns der Kapitalismus beinahe täglich zeigt, eine Krise nicht automatisch in den Untergang, sondern sie kann auch neue Strukturen anregen. Was das Aleatorische, eine Strömung im materialistischen Denken, die "untergründig" (also immer irgendwie da, aber kaum sichtbar) ist, für das Denken des Politischen (Staat, Ideologie,Demokratie) bedeuten kann, wird in den folgenden Texten ausgeleuchtet.



Bio-Politik

Unter Biopolitik kann man verstehen: Die Machtergreifung des Staates über das Leben; eine zentrale Machtformation der heutigen Zeit entziffern; die Nützlichmachung und Ertüchtigung des Körpers; das Lager als Signatur moderner Macht; Wissensformen: Gentechnologie, Anthropologie, Ergonomie, Bioethik. Kurzum: Bio-Politik kennzeichnet unsere Zeit.


Empire

Unter dieser Überschrift findet man einen Text und ein Interview, die kritisch auf das Buch "Empire" von Antonio Negri und Michael Hardt Bezug nehmen. Ferner gibt es einen Vortrag, in dem die neuen Strukturen des Empire praktisch analysiert werden.
Empire ist deshalb ein wichtiges Buch (dessen englische Version man hier auch einfach downloaden kann), weil darin der Versuch unternommen wird, den Epochenbruch unserer Zeit aus einer philosophischen Perspektive heraus zu verstehen - jenseits und gegen eine reine Aufzählung von Fakten.



Zum Weiterlesen -
Louis Althusser

Texte von Louis Althusser im Netz
Louis Althusser, ideologie und ideologische staatsapparate
Research-list Althusser
Zum Weiterlesen -
Michel Foucault
Texte Foucaults
Thomas Lemke
Online Recordings Berkeley
(free speech movement)
Online essays Foucault
Negri/Hardt
Toni Negri, "La métropole est à la multitude ce que, autrefois, l?usine était à la classe ouvrière : à propos d?un vieux dicton et des certaines expériences de lutteplus proches."
Empire (download)
Negri, Anmerkung über die Entwicklung des Denkens beim späten Althusser (episteme)
Texte zur Diskussion