|
|
Die Konzepte und Interventionen von semiosis entstehen zumeist in philosophischen
Diskursen. Auf dieser Seite wird hierzu ein Überblick angeboten,
d.h. publizierte bzw. nicht publizierte Texte oder Vorträge zum
download oder als Link. Außerdem werden Möglichkeiten zum Weiterlesen eröffnet. Schließlich kann das Entstehen aktueller Texte im Wiki [WorkinProgress]
mitverfolgt - und auch kommentiert - werden.
Kontakt: sebastian.reinfeldt@semiosis.org
Populismus
als Problem der
Demokratie Populismus
ist ein politisches Phänomen das Ende der 80er/Anfang der 90er
Jahre im vergangenen Jahrhundert wieder aufgetaucht ist. Populistische
Kampagnen wurden besonders von der
extremen Rechten erfolgreich gefahren, zum Beispiel in ihrer scharfen
Agitation gegen Ausländer in den jeweiligen Ländern.
Das Besondere am Populismus ist, dass er ein politisches Thema
systematisch mit einer kollektiven Subjektivierung (=Unterwerfung unter
ein Image) verbindet. "Wir", das waren etwa zu Zeiten der
österreichischen FPÖ unter Jörg Haider, die
"fleißigen und anständigen Bürger", die vom angeblich
"sozialistischen Staat" ausgebeutet worden seien. Dieses "Wir" kann
sich nur in starken Entgegen-Setzungen herausbilden, gegen die
Politiker "da oben" und gegen die als "fremd" oder "unproduktiv"
erklärten Menschen im Land (oder aber gegen einen
äußeren Feind).
Inzwischen ist zu beobachten, dass populistische Techniken -
kurzfristige Anrufungen in scharfen Entgegensetzungen - auch von den
liberal-demokratischen Parteien übernommen werden, um
Wahlkampagnen zu gewinnen oder um unliebsame Politik zu 'verpacken'.
Auch in der Werbung finden wir dieses Schema immer wieder. Grund genug
darüber nachzudenken, was das für Demokratie heutzutage
bedeutet. Dabei geht es nicht nur um Propaganda, mittlerweile ist
Populismus auch ein Signum, das institutionelle Reformen anleitet.
Einige Analysen hierzu:
Aleatorischer
Materialismus In einem späten Manuskript
über aleatorischen Materialismus bemerkte Louis Althusser, dass
der
Ausdruck "es hängt davon ab" ein aleatorischer Satz sein kann,
wenn man bestimmen möchte, auf welche Weise die eine Sache sich
auf eine andere Sache auswirkt. Es hängt eben von den
Kräfteverhältnissen und konkreten Gegebenheiten ab, und diese
sind nicht prä-determiniert.
Viele Menschen waren Zeitgenossen des Falls des historischen
Kommunismus - und auch dessen philosphischer Sprache, des dialektischen
Materialismus. Gut, beide sind tot, und was jetzt?
Eine mögliche philosophische Reaktion auf diese Ereignisse - und
wir haben sie wirklich nicht erwartet, oder? - kann sein, die
philosophischen Ursachen der Krise und des darauf folgenden Untergangs
zu untersuchen. Schließlich führt, wie uns der Kapitalismus
beinahe täglich zeigt, eine Krise nicht automatisch in den
Untergang, sondern sie kann auch neue Strukturen anregen. Was das
Aleatorische, eine Strömung im materialistischen Denken, die
"untergründig" (also immer irgendwie da, aber kaum sichtbar) ist,
für das Denken des Politischen (Staat, Ideologie,Demokratie)
bedeuten kann, wird in den folgenden Texten ausgeleuchtet.
Bio-Politik Unter
Biopolitik kann man verstehen: Die Machtergreifung des Staates
über das Leben; eine zentrale Machtformation der heutigen Zeit
entziffern; die Nützlichmachung und Ertüchtigung des
Körpers; das Lager als Signatur moderner Macht; Wissensformen:
Gentechnologie, Anthropologie, Ergonomie, Bioethik. Kurzum: Bio-Politik
kennzeichnet unsere Zeit.
Empire Unter
dieser Überschrift findet man einen Text und ein Interview, die
kritisch auf das
Buch "Empire" von
Antonio Negri und Michael Hardt Bezug nehmen. Ferner gibt es einen
Vortrag, in dem die neuen Strukturen des Empire praktisch analysiert
werden.
Empire ist deshalb ein wichtiges Buch (dessen englische Version man hier auch einfach downloaden kann), weil darin der
Versuch unternommen wird, den Epochenbruch unserer Zeit aus einer
philosophischen Perspektive heraus zu verstehen - jenseits und gegen
eine reine Aufzählung von Fakten.
|
|
|