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sebastian reinfeldt
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Die Sprache (in Schwung) bringen...
Eine Sprache zu sprechen bedeutet - genauso wie das Erlernen - mehr, als nur die Regeln der Grammatik anzuwenden. Eine gesprochene Sprache ist wesentlich pragmatisch, das heißt, sie bezieht sich auf das eigene Handeln - und darauf, was die Gesprächspartnerinnen und -partner tun.
Lernen ist natürlich auch ein Handeln, da es in der Regel in der Zusammenarbeit mit anderen erfolgt, die mit einer Absicht diesen Lernprozess eingehen.
Das Geschehen in einem Kurs oder im Austausch mit einer Person kann aber auch als ein permanenter Zeichentausch und Interpretationsprozess verstanden werden - das ist der semiotische Zugang. Die Bedeutung eines Wortes zu erklären heißt, wechselseitig zu übersetzen, wobei sich interkulturelle Kommunikation ereignet. Die Bedeutung ist nämlich nicht neutral, sie hat Kontexte, und kulturelle und soziale Bedingungen, die diese Bedeutung produzieren.
Weniger wichtig ist, wie Ferdinand de Saussure geschrieben hat, das Zeichen selbst; wichtiger ist, was sich in dessen Umgebung befindet.

Im Unterschied also zu Formen des Dialogs, wo die Beteiligten ihre Positionen markieren und danach lediglich ihre Unterschiede fest/stellen, können sich hier Verschiebungen im kulturellen Symbolsystem ereignen, weil die Elemente der Sprache, die erlernt wird, in dieser nicht isoliert herumstehen, sondern einen Kontext haben: Kulturelle Normen und deren Überschreitungen, Arbeits- und Lebensweisen, Konventionen, politische Regelungen, Gesetze...
Also kann beim Unterrichten von Deutsch die Sprache Deutsch nicht als ein fixer Gegenstand präsentiert werden. Sie ist wesentlich dynamisch - auch dadurch, dass sie von weiteren Sprecherinnen und Sprechern erlernt und somit gebracht wird.
Elektronische Lernhilfe Rosetta
Rosetta - ein elektronisches Deutsch-Lern-Programm


Arbeitsbedingungen der Daf-Lehrenden
Sprache zu bringen ist eine wunderschöne und faszinierende Arbeit; wer einmal eine neue Sprache erlernt hat, vergisst diese das ganze Leben nicht mehr. Und oft auch nicht den Lehrer oder die Lehrerin, der oder die dabei geholfen hat. Doch wie sehen eigentlich die typischen Arbeitsbedingungen dieser Leute aus?
Eine Trainerin oder ein Trainer für Deutsch als Fremdsprache arbeitet normalerweise in prekären Dienstverhältnissen, in Österreich als sog. "freie Dienstnehmer". Zwar kranken- und pensionsversichert, aber ohne Arbeitslosenversicherung, ohne bezahlten Urlaub und ohne Absicherung im Krankheitsfall. Immer verfügbar, immer freundlich, eine flexible Manöveriermasse, denn für den freien Dienstnehmer oder die freie Dienstnehmerin kann der Kurs schon im nächsten Monat 'aus' sein, ohne dass klar ist, ob es einen Ersatz gibt. Das hängt oftmals davon ab, ob man mit dem Chef oder der Chefin gut kann.

Frei und wieder nicht
Während die Lernenden (zu Recht) erwarten, dass 'ihr' Lehrer oder 'ihre' Lehrin gut ausgebildet und vorbereitet ist und sich an ihren Bedürfnissen orientiert, erwarten der Chef bzw. die Chefin einer privaten Sprachschule im Grunde genommen nur eine erneute Anmeldung der Teilnehmenden für den Folgekurs. Obwohl formal 'frei' als Dienstnehmer (und das bedeutet egentlich auch bei der Gestaltung der Kurse), ist die Arbeitssituation von sehr wenig Freiheit und stattdessen von Zwängen geprägt. Das erfährt man spätestens dann, wenn einmal Probleme in einem Kurs auftauchen - dann werden die realen Kräfteverhältnisse und Interessen auf einen Schlag offensichtlich.

Geld, Geld, Geld
In Wien kann man für eine Unterrichtseinheit Deutsch als Fremdsprache zwischen acht und fünfunddreißig Euro verdienen - normal ist ein Betrag von etwa 17 Euro, inklusive Vorbereitung, abzüglich Steuern und dem eigenen Antzeil an den Sozialbagaben (derzeit 13,85%). Noch vor zehn Jahren waren die typischen DaF-Lehrenden nebenberuflich in diesem Job tätig. Sie hatten einfach Spass daran, die deutsche Sprache weiterzugeben, aber sie mussten von dieser Entlohnung nicht leben. Heute ist das oftmals anders. Wer von diesem wunderbaren Beruf leben will, braucht mindestens zwei Kurse pro Tag - wer Familie mit Kindern hat, drei. Das ist zu viel, wenn die Stunden direkt hintereinander liegen, dann kann es vorkommen, dass die Lehrenden 9 Stunden ohne wirkliche Pause Deutsch unterrichten.
Es stellt sich die Frage, wie lange wir Unterrichtenden dies als eine nicht zu ändernde Normalität akzeptieren werden .

S
ebastian Reinfeldt

(Siehe auch meinen Text über Prekariate im Semiosisblog)

NEU: Radionachrichten auf Deutsch mit Wortschatz und Erklärungen. Quelle: Deutsche Welle.
Online Übungen
zum Deutschlernen

(Anmerkung: Meiner Meinung nach können solche Übungen keinen Deutschkurs, kein ernsthaftes Tandem oder auch kein Einzeltraining ersetzen. Dies sind aber nützliche Seiten für die Dinge der Sprache, die man einfach immer parat haben sollte.)
DaF Portal
Interdeutsch
(alle Stufen, unter »Studien-
bibliothek
» interaktive Übungen)
Schreibübungen
(Diktate, Text- und Satzpuzzles)
Grammatik-komplett 
Übungsseite eines DaF-Lehrers
(für jede/jeden etwas)

Rechtschreiben 
Arbeitsblätter (PDF)
Language-Lab
(viele Themen z.B. Verben mit Präpositionen- sehr ausführlich - .at)
Wortschatz
Universität Leipzig
(Bedeutung, Wortfelder, Synonyme, Antonyme)
 
Neologismen
(Wortwarte, Uni Tübingen)
Etymologie (Wortgeschichte)
Wörterbücher
Wiktionary: Das Open Source
Wörterbuch
(wer mehr als nur ein Wort sucht ...)
Chinesisch-Deutsch-Chinesisch
Englisch-Deutsch-Englisch
(TU Chemnitz)
Tschechisch-Deutsch-Tschechisch (NJ=Deutsch)
Ungarisch-Deutsch-Ungarisch
Pons
(Englisch-Französisch-Deutsch-Polnisch)
Slawische Sprachen
(Russisch, Polnisch, Slowenisch - einsprachig/mehrsprachig) Ruhr-Uni-Bochum
Russisch-Deutsch-Russsisch
Serbisch-Deutsch-Serbisch
Arabisch-Deutsch-Arabisch
Sprachdiplome
Österreichisches Sprachdiplom
(Alle Stufen, alle Prüfungszentren
- die offizielle ÖSD-Seite.)
Test DaF
(Prüfungen, um in Deutschland studieren zu können: Stufen und Zentren)
Polnische Ecke
Polnisch-Deutsch
Wörterbuch zum Runterladen von Helmut Büch (eine Excel-Datei als ein "Geschenk des Himmels")
Polnisch Lernen!
(Homepage von jemandem, der das auch tut und darüber schreibt)


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